Autor: Andi Heintzel

  • Distanzierungsarbeit

    Distanzierungsarbeit

    Distanzierungsarbeit setzt dort an, wo junge Menschen durch abwertende Vorurteile, menschenfeindliche Aussagen, Symbole oder Handlungen auffallen. Ziel ist es, ihre Hinwendung zu extrem rechten Weltbildern frühzeitig zu verhindern – bevor sich ein geschlossenes extrem rechtes Weltbild oder eine verfestigte Szenezugehörigkeit ausbildet.

    Hinwendungsprozesse sind Prozesse, die in ganz unterschiedlichen Phasen verlaufen, weshalb die Adressat*innen der Distanzierungsarbeit als extrem rechts gefährdet und orientiert beschrieben werden können. Das Spektrum dieser Zielgruppe vereint, dass die Adressat*innen noch nicht fest in eine extrem rechte Szene eingebunden sind, sich aber bereits an der extrem rechten Szene orientieren können. Die im Handlungsfeld gewonnenen Erfahrungen werden – einem Verständnis von Distanzierungsarbeit als pädagogischer Querschnittsaufgabe folgend – systematisch multipliziert: durch die fachliche Professionalisierung von Fachkräften mittels zielgerichteter Fortbildungsangebote sowie begleitender Beratungs- und Coachingformate. Die Fachkräfte schätzen hierbei die niedrigschwelligen und an den täglichen Bedarfen orientierten Angebote sowie das zügige Anbahnen von Distanzierungstrainings.

    Apfel mit Pfeil darin

    Warum ist Distanzierungsarbeit nötig?

    Distanzierungsarbeit gehört in die Breite und in den Querschnitt der Sozialen Arbeit.

    Menschenfeindliche Einstellungen und Handlungen haben in den letzten Jahren sichtbar zugenommen – häufig auch außerhalb organisierter Szenen. Populistische Diskurse verschieben gesellschaftlich und demokratisch legitimierte Normen, und auch junge Menschen übernehmen zunehmend abwertende Haltungen. Es ist wichtig, frühzeitig über menschenverachtende und demokratiefeindliche Einstellungsmuster ins Gespräch zu kommen. So lassen sich sowohl Betroffene vor weiterer Abwertung schützen als auch Radikalisierung und ein möglicher Einstieg in extrem rechte Strukturen vorbeugen.

    Wissenschaftlich fundierte Distanzierungsarbeit

    Die Distanzierungsansätze von Distanz e. V. wurden durch externe wissenschaftliche Begleitungen, unter anderem vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS), systematisch untersucht. Im Mittelpunkt standen dabei Umsetzung, Zielgruppenansprache, Methoden und Wirkannahmen.

    Die Evaluationen bestätigen: Die Arbeit ist fachlich fundiert, wirksam und weiterentwicklungsfähig. Die Ergebnisse liefern eine belastbare Grundlage für die Qualitätssicherung und Zukunftsperspektiven in der aufsuchenden Distanzierungsarbeit.

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    Methodische Arbeitsweise

    Distanz e. V. arbeitet aufsuchend, lebensweltorientiert und jugendkulturell– sowohl on- als auch offline. Das Ziel ist, durch niedrigschwellige Ansprache sinnvolle Alternativen zu menschenfeindlichen Haltungen zu bieten und Reflexionsprozesse zu fördern. Dabei ist das Angebot offen für alle Milieus und es werden bewusst alle Gender in den Blick genommen. Zur Einschätzung möglicher Radikalisierung nutzt Distanz e. V. ein differenziertes Modell von Einstiegsgefährdung, das Orientierung anhand konkreter Einstellungen und Verhaltensweisen bietet.

    Erfahren Sie mehr über Distanzierungsarbeit und Radikalisierungsstufen im Bereich Publikationen.

  • Distanz e. V.

    Distanz e. V.

    Distanz – Distanzierungsarbeit, jugendkulturelle Bildung und Beratung – e. V. wurde 2019 in Weimar gegründet und ist seit 2020 Träger des Zentrum für Distanzierungsarbeit in Thüringen. Der gemeinnützige Verein ist ein anerkannter landesweiter Träger der Jugendhilfe nach §75 SGB VIII und arbeitet bundesweit, insbesondere mit Fokus auf Rechtsextremismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Ziel ist die Distanzierung junger Menschen von extrem rechten und menschenfeindlichen Einstellungen.

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    Expertise und Methoden

    Das Team von Distanz e. V. verfügt über umfangreiche Erfahrung in der aufsuchenden Distanzierungsarbeit. Die Distanzierungsarbeit bezieht dabei vielfältige pädagogische Ansätze mit ein, darunter soziale, politische, medienpädagogische und jugendkulturelle Bildung sowie systemisch-lösungsorientierte, biografische und genderreflektierte Methoden. Diese Expertise wird über Beratungen, Coachings und Fortbildungen an Multiplikator*innen weitervermittelt.

    Vier Personen mit Linien verbunden

    Vernetzung und Kooperation

    Distanz e. V. kooperiert landes-, bundes- und europaweit mit Akteur*innen aus der Jugendhilfe/-arbeit, der Präventions- und Ausstiegsarbeit und mit Akteur*innen im politischen Bildungskontext. Ziel ist eine systematische Vernetzung zur Stärkung der Resilienz gegenüber Menschenfeindlichkeit, Demokratiedistanz und Rechtsextremismus.

    Distanz e. V. wirkt im alltäglichen Beratungskontext mit Pädagog*innen über die regionale Vernetzung mit diversen lokalen Regelstrukturen, wie Jugendämter, Schulen, Jugendhilfeeinrichtungen bis hin zur europaweiten Zusammenarbeit im EU Knowledge Hub und verbindet so lokales Handeln mit transnationalem Austausch.

  • Projektarchiv

    Projektarchiv

    Ehemalige und weiterentwickelte Projekte von Distanz e. V.